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2016 - Ja ist denn heut’ scho’ Weihnachten?

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2016_stollenschutzDresden, 4. September 2016. Ja ist denn heut’ scho’ Weihnachten? Diese Frage stellten sich Dresdner und Touristen gestern Nachmittag (3. September 2016) auf dem Schloßplatz in der historischen Dresdner Altstadt. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Schutzverbandes Dresdner Stollen e.V. trafen sich Verbandsmitglieder zum Gruppenbild. Zahlreiche Bäcker und Konditoren waren dem Aufruf des Verbandes gefolgt. „Am 3. September vor genau 25 Jahren wurde der Verband gegründet“, so Henry Mueller, Vorstandsvorsitzender des Stollenschutzverbandes.

Ziel der 125 im Verband organisierten Bäckereien und Konditoreien ist es, die Backtradition und das einmalige sächsische Kulturgut zu erhalten und zu schützen. „Wir sind davon überzeugt: Dresden braucht ein starkes Handwerk! Wie kein anderes Produkt trägt auch der Dresdner Christstollen dazu bei. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dies zu bewahren“, so Mueller weiter.

Hauptaufgabe des Verbandes ist es, das traditionelle Weihnachtsgebäck als Markenprodukt und geographische Herkunftsbezeichnung zu schützen. Ausdruck dessen sind das goldene Stollensiegel und das EU-Siegel. Die Verbandssatzung regelt, wer das Traditionsprodukt fertigen darf: ausschließlich Backwarenhersteller in Dresden und einem klar definierten Kreis rund um die Landeshauptstadt. Alle Dresdner Stollen müssen außerdem den festgeschriebenen Mindestanforderungen an die Zutaten entsprechen und handgefertigt sein. Alljährlich zu Beginn der Saison prüft der Verband zudem, ob das Gebäck den hohen Qualitätsvorstellungen entspricht. Nur dann dürfen die Stollen als Dresdner Christstollen bezeichnet und verkauft werden. Über eine einheitliche Vermarktung und Kommunikation soll die Bekanntheit des Dresdner Stollens auch über Sachsens Grenzen hinweg gesteigert werden.

Weitsichtig und zukunftsweisend, so beschreibt Mueller die Idee der Gründerväter des Verbandes rückblickend. „Nur wenn wir alle gemeinsam hinter unserer Marke stehen, kann es uns gelingen, die Tradition und das Handwerk auch für unsere Kinder und Enkel zu bewahren“, so Mueller weiter. 

Mit Aktionen wie dem alljährlich stattfindenden Stollenfest, Stollenbackkursen in den Backstuben, der Stollenstraßenbahn, der Schaubäckerei auf dem Striezelmarkt oder dem Riesenstollenkarton, der im vergangenen Jahr tausende Besucher auf den Dresdner Hauptbahnhof lockte, gelingt es den Dresdner Bäckern und Konditoren, ihr Handwerk zum Erlebnis zu machen. „Ohne das Können, die Professionalität und das riesige ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder wäre all das aber nicht möglich“, resümiert Henry Mueller.

22. Dresdner Stollenmädchen krönt das Verbandsjubiläum. Am Tag des Jubiläums präsentierte der Verband auch das neue Gesicht der Marke: Marie Lassig, das 22. Dresdner Stollenmädchen. Maries erster Auftritt war dem Anlass mehr als angemessen. In einem schicken Oldtimer des Dresdner Klassiker Handels fuhr das frisch gekürte Stollenmädchen auf dem Schloßplatz vor, herzlich in Empfang genommen von den versammelten Bäckern und Konditoren.

Als Botschafterin des Dresdner Christstollens ist sie nun für die Dauer eines Jahres im Auftrag der Dresdner Stollenbäcker und Konditoren unterwegs, um den Geschmack des sächsischen Traditionsgebäcks in alle Welt zu tragen, die mit ihm verbundene jahrhundertealte Geschichte und das Stollenbackhandwerk noch bekannter zu machen. Den Beruf der Konditorin erlernt die 21-Jährige im 2. Lehrjahr im Dresdner Backhaus.

„Der Dresdner Christstollen ist schon immer mehr als ein hochwertiges Produkt mit unverwechselbarem Geschmack“, erklärt Henry Mueller. „Das spiegelt auch unsere Markenbotschafterin wider.“ Für die Dresdner Stollenbäcker muss das Stollenmädchen vor allem eines sein: authentisch. „Nur wer selbst im Handwerk arbeitet und den Dresdner Christstollen herstellt, kann das repräsentieren, was für unsere Marke wichtig ist: einen hohen Anspruch an Qualität, Herz fürs Handwerk und große Leidenschaft für das, was wir tun.“

Seit 1995 Jahren wird das Stollenmädchen vom Vorstand des Verbandes gewählt. In die Auswahl kommen nur junge Frauen, die aus dem Bäckerfach kommen, also Bäckerin, Konditorin oder Fachverkäuferin lernen. Ihre Eignung stellen sie vor allem mit ihrem Wissen, handwerklichem Können und guten Schulnoten unter Beweis.2016_stollenmaedchen

Eine spannende Zeit liegt nun vor Marie. Die große Jubiläumsfeier des Verbandes heute Abend bildet den Auftakt für rund 60 Termine in den kommenden drei Monaten, welche sie als Repräsentantin des Dresdner Christstollens nun wahrnehmen wird. Einer der Höhepunkte ihrer Amtszeit ist sicher das Dresdner Stollenfest am 3. Dezember, das sie als Schirmherrin eröffnet.

Doch auch wenn Marie nun viel unterwegs ist – das Stollenbacken kommt nicht zu kurz. Auch weiterhin unterstützt sie ihre Kollegen in Konditorei oder Backstube und paukt die Theorie im Beruflichen Schulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung Dresden (BSZ).


Quelle:  MeiDresden.de
Fotos:  © Schutzverband Dresdner Stollen e.V., M. Schmidt

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, dem 08. September 2016 um 13:39 Uhr