Home Exkursionen - FOS 2015 - Erlebnisbericht – Schottlandfahrt

2015 - Erlebnisbericht – Schottlandfahrt

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von Vincent P., Markus N. und Benjamin K.

Tag 1: Begehung des Hadrian's Walls und Ankunft in Schottlandimage002

Der Hadrian's Wall war die erste Station auf unserer Reise: ein altehrwürdiges Monument altrömischer Machtsicherung. Der Abschnitt der Mauer, auf dem wir uns befanden, ist auf einer Hügelkette errichtet, von der aus man einen herrlichen Blick auf die umliegenden Ländereien hat. In uns erwuchs augenblicklich die Sehsucht nach Wanderschaft und Erkundung der näheren Umgebung. Leider mussten wir nach einer Stunde des Flanierens wieder zum Bus zurück. Trotzdem wurde die Begeisterung für die Landschaft in uns geweckt und wuchs zu dem unbändigen Verlangen, mehr davon zu genießen.

Doch dies war erst einmal nicht möglich, da der geplante Ausflug in die Highlands erst am 3. Tag angedacht war. Vorerst stand der Besuch der Glengoyne Destillery bevor, kurz hinter der schottischen Grenze. Dort wurden wir von Gordon, einem Mitarbeiter der Destillerie, herumgeführt. Es war sehr kurzweilig und hat uns gut gefallen. Gordon hatte einen speziellen schlagfertigen, spontanen Humor, den wir später bei anderen Schotten wiederentdecken sollten. Leicht beschwingt von der Whiskeykostprobe schlenderten wir zurück zum Bus, wo wir augenblicklich in einen komatösen Tiefschlaf hinüber sanken, aus welchem wir jedoch bald unsanft geweckt wurden, da das Treffen mit den Gastfamilien bevorstand.

Joyce und Graham sind ein reizendes älteres Ehepaar, welche uns mit offenen Armen empfingen und sich fürsorglich kümmerten. Den oben erwähnten schottischen Humor fanden wir bei Graham ansatzweise wieder. Ansatzweise, da wir häufig Schwierigkeiten hatten, ihn aufgrund seines breiten Lowland Scots zu verstehen.

Am Abend streiften wir noch ein wenig durch den Ort Tillicoultry, bis wir uns in einem Pub(lic house) wiederfanden.

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Verfasst von Vincent und Markus

Tag 2: Besuch des Forth Valley College und Besichtigung von Stirling Castle

image005Am nächsten Morgen erreichten wir den Forth Valley College Campus in Alloa. Nach einer kurzen Begrüßung nahmen wir in mehreren Gruppen an einer Führung über den Campus teil. Die Schule bietet zahllose Kurse in vielen Kursrichtungen an und ist hervorragend ausgestattet. Es gibt praktisch alles, was das Schüler- und Lehrerherz begehrt: große Räume für den handwerklichen Unterricht, mehrere Computerkabinette mit der neuesten Apple – Technik, einen Fitnessraum, ein Kunstzimmer und vor allem ein stilles Gebetszimmer für Angehörige aller Konfessionen. Nach einer interessanten Blutprobenauswertung und einer Kochstunde, bei der allen gemischte Gefühle über die kulinarische Kultur Schottlands aufkamen, ging es mit dem Bus weiter nach Stirling und zum Stirling Castle. Auf der Fahrt hörten wir einerseits Vorträge über Schottland von engagierten Schülern und andererseits Vorträge über Ballerspiele und welche wohl die angenehmste Art zu sterben sein mag von Jonathan. Am Stirling Castle stand wieder einmal ein Guide und führte uns durch die Anlage. Diesen Führer empfand ich im Rückblick als den besten der ganzen Reise, da er gut verständlich Legato sprach und eine einnehmende, authentische Art hatte. Den berüchtigten Humor, welchen ich so schwer definieren kann, fand ich auch bei ihm wieder.

image007Voll bepackt mit neuem Wissen über schottische Adelsdynastien, Wappen und Waffen schlenderten wir noch ein paar Stunden durch die Stadt. Als uns der nagende Hunger zu überwältigen drohte, entschlossen wir uns die nächste Dönerbude aufzusuchen und einen Inseldöner zu probieren. Um der Sitte und dem Anstand gerecht zu werden, breite ich nun hier den Mantel des Schweigens über die Details der Rezeptur. Dennoch wurden wir satt und machten uns auf den Weg, um der Verdauung ein wenig unter die Arme zu greifen, und erreichten schließlich zum vereinbarten Zeitpunkt den Bus, der uns zu Joyce und Graham brachte. Dort angekommen, unterbreitete uns Joyce, dass sie nach Spanien in den Urlaub abreisen würde und Graham nun für unsere Verpflegung verantwortlich sei. Er kam der Verpflichtung natürlich vorbildlich nach, jedoch wünschten wir uns Joyce zurück, nachdem wir unser Abendessen in Augenschein genommen hatten.

Nach dem Essen ging es wieder in den Pub zu dem Wirt John. Selten meine ich die Berufung eines Menschen auf den ersten Blick zu erkennen, doch bei John war es unverkennbar das Gäste Bewirten und Bier Ausschenken. Ein fröhlicher, komischer, lautstarker Mann, der durch seine Offenheit und Ausstrahlung wie kein Zweiter das großartige Gedicht „The Workman´s Friend“ von Flann 'O'Brien verkörpert.

 

When things go wrong and will not come right,

Though you do the best you can,

When life looks black as the hour of night -

A pint of plain is your only man.

 

 

 

Verfasst von Markus

 

Tag 3: Highlands, Highlands, Highlands

image009Es war Mittwochmorgen, als das schrille Kreischen meines Handyweckers uns aus unserem friedlichen Schlaf riss. Eilig krochen wir aus unseren warmen Betten, um im viel zu kalten Wohnzimmer das gewohnte Frühstück bestehend aus Toast, eiskaltem Orangensaft und gewöhnungsbedürftig schmeckenden Aufstrichen zu uns zu nehmen. Dann wurde fad schmeckender Instantkaffee gereicht. Anschließend eilten wir zum vereinbarten Treffpunkt, wo wir von unseren Mitschülern und Mandy herzlich in Empfang genommen wurden. Gut gelaunt und voller Vorfreude begann die Fahrt Richtung Highlands. Besonders Markus konnte sich kaum halten vor Freude mit all den anderen in einem Bus sitzen zu dürfen und bekam das Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht, als nach 1,5 h Fahrt sich links und rechts der Straße große Berge auftürmten.

Nach drei Stunden Fahrt standen wir am Fuße eines touristenkontaminierten Pfades, der uns zur Spitze des Berges führen sollte. Die Landschaft, die uns umgab, war atemberaubend. Ein kleiner Bach inmitten der Felsen und Heidekrautsteppen rundeten das Bild letztendlich vollkommen ab. Der oberste Teil des Berges lag in einer Wolke, weshalb steter Wind und Dauerregen an der Spitze herrschten. Nach fünf Minuten Genuss mussten wir aus Zeitgründen den Abstieg in Angriff nehmen. Am Fuße des Berges angelangt, gab es restlos überteuerten, mäßig gut schmeckenden Fertigkartoffelsalat. Nun steuerte der Bus die Stadt Oban an, wo wir uns standardtouristengerecht im völlig überfüllten Stadtkern für zwei Stunden bewegen konnten. In einem gehobenen Restaurant speisten wir Chips, manche auch Fisch. Dem leidgeprüften Kellner fiel es äußerst schwer, meinen dahingestotterten denglischen Bestellungen Folge zu leisten. Dann brach ich in einen Heul-/Schreikrampf aus, als niemand mir helfen wollte mit den Kellnern zu kommunizieren. Nachdem ich in Gedanken meine Tischgenossen gesteinigt hatte, trocknete ich meine Tränen und alle gingen guter Dinge zurück zum Bus, wo Mandy und die anderen schon warteten. Auf der Rückfahrt wurde millionärsmäßig gemattet und Jonathans Erzählungen gelauscht.

Verfasst von Vincent

 

Tag 4: Edinburgh, we´re coming!

Es ist mittlerweile Donnerstag geworden. Heute wollten wir einen entspannten Tag in Schottlands Hauptstadt Edinburgh verbringen.

Nach dem Frühstück machten wir uns also auf zum Treffpunkt, wo wir sehnsüchtig erwartet wurden. Zwei Stunden später standen wir dann auch schon mitten in Schottlands Hauptstadt. Ein netter Guide, typisch schottisch gekleidet nahm uns in Empfang und erzählte uns eine Menge über die Stadt während einer Stadtrundfahrt. Vor dem Edinburgh Castle begann unsere vierstündige Freizeit.

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Nach Burgbesichtigung und Kanonenschuss machten wir uns dann auf die Stadt zu erkunden. Irgendwie ist es Jonathan gelungen sich an uns zu heften und die nächsten Stunden waren SEHR gesprächig, wechselhaft aber auch sehr witzig. Zunächst schlenderten wir die Princess Street hinunter, bis wir Pumpkin Coffees for free an einem Starbucks bekamen, die echt richtig lecker waren. Danach wollten wir den Touristenmassen entfliehen und flohen Richtung Holyrood Park. Dort bestiegen wir einen alten inaktiven Vulkan und machten es uns mit einer Brotzeit gemütlich, bis der immer wieder kommende Regen uns zum Aufbruch zwang.

Danach im Schnellschritt zum Bus und wieder Richtung Tillicoultry zu unsere Gastfamilie. Graham erwartete uns schon mit seinen Tiefkühl-Erbsen, Pommes und Fertigblätterteigtaschen. Am Abend trafen sich alle bei John, um Abschied zu feiern.

 

Verfasst von Benjamin

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, dem 07. Juni 2016 um 12:54 Uhr