Home Exkursionen - Pferdewirte 2018 - Landwirtschaftliche Lehrfahrt der Pferdewirte vom 25.06.-29.06.2018

2018 - Landwirtschaftliche Lehrfahrt der Pferdewirte vom 25.06.-29.06.2018

E-Mail Druckbutton anzeigen?

image047In der letzten Schulwoche starteten die Pferdewirtauszubildenden des zweiten Lehrjahres gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Frau Habich und Frau Jäpel zu ihrer obligatorischen Studienfahrt um den sprichwörtlichen Blick über den Tellerrand in die pferdewirtschaftliche Praxis zu erleben.

Das Ziel der Reise war in diesem Jahr Niedersachsen. Genächtigt wurde in der Reiterstadt Verden an der Aller. Die Jugendherberge war Ausgangspunkt für den Besuch erfolgreicher Pferdezucht- und Pferdesportbetriebe in der Region.

Die Fahrt umfasste sehr unterschiedliche Bereiche der Pferdeszene und wird sicher allen Beteiligten in bleibender Erinnerung bleiben. Besonders erfreulich war die Tatsache, dass direkt nach der Fahrt von zwei Betrieben konkrete Stellenangebote für unsere Lehrlinge gemacht wurden. Das zeigt, dass wir durchaus stolz auf unserer Auszubildenden und unseren Ausbildungsstandort sein können und diese optimistisch in die Zukunft schauen können!

Im Folgenden berichten sie über ihre Erlebnisse….

Ulrike Jäpel (Klassenlehrerin PW 16)

Tag 1:

Gestüt Heseberg

Nach 5 ½ Stunden Busfahrt haben wir auf unserer 1. Station, dem Gestüt Heseberg Halt gemacht. Dieses Gestüt hat seinen Schwerpunkt auf die Zucht von American Quarter Horses, alles Pleasure/Hunter All around Linien, und Miniature Horses gelegt. Die Besitzerin Conny Hoffmeister hat uns an diesem Tag über den Hof geführt. Der erste Halt war der Hauptstall, wo die Abfohlboxen und die Pensionspferde untergebracht sind. Die Boxen waren sehr groß und sehr offen gehalten.

Dann ging es zu ihrem Quarter Zuchthengst Iron Will To Win. Neben ihm standen seine diesjährigen Nachkommen mit ihren Müttern.

Danach ging es für uns zu der Hauptaktion an diesem Tag, den Miniature Horses! Wir waren alle sofort verliebt in diese kleinen süßen Pferde, die auch 3 Fohlen dieses Jahr hatten. Aber wir haben die Gelegenheit auch gleich genutzt, um mit Frau Habich und Frau Hoffmeister nochmal die Farbvererbung durchzugehen, denn es waren sehr viele interessante Farben dabei.

Zum Schluss gab es für uns auch noch 2 Vorführungen. Als erstes hat eine Mitarbeiterin den Miniature Hengst Ron of Royalty vor dem Sulky gezeigt und danach haben 3 Einsteller die 2 Westerndisziplinen Pleasure und Trail kurz vorgestellt.

Nach diesem tollen Gestüt sind wir nochmal ca. 2 Stunden zu unserer Jugendherberge gefahren und wir waren alle froh endlich da zu sein. Doch viel Zeit zum Ausruhen gab es nicht, denn die Betten beziehen sich ja nicht von alleine. Alles in Allem war es ein wunderschöner 1. Tag auf dem Gestüt Heseberg, trotz der langen Busfahrt, und wir haben uns schon auf die weiteren Höfe gefreut!

Tag2:

Der Fährhof

Am Dienstag, den 26.07.2018 waren wir auf dem Gestüt Fährhof in Sottrum. Das Gestüt ist rund 100ha groß und wurde im Laufe der Jahre immer wieder erweitert und modernisiert. Das Gestüt besteht aus dem Abfohlstall, dem Hengststall und der dazu gehörigen Deckhalle und Trainingsställen. Der Betrieb ist umgeben von großzügigen Koppeln und Paddocks, um die natürliche Bewegung zu gewährleisten. Gegründet wurde das Gestüt 1960 von Walther J. Jacobs (Jacob Kaffee). Im Jahr sind auf dem Gestüt ca. 150-200 Pferde vor Ort, davon 50 Stuten mit Fohlen bei Fuß und der Rest verteilt sich auf 2 Deckhengste und mehrere Jungpferdeherden. Die berühmtesten Hengste aus seiner Zucht und dem Zukauf waren Tristan, Literat, Surumu, Acatenango und Lomitas. Das Gestüt besitzt momentan ein Hengstfohlen von dem teuersten Deckhengst „Galileo“ (Decktaxe:300.000€). Derzeit sind Maxios (Decktaxe: 100000 Euro) und Sabiango von Acatenango die aktuellen Deckhengste auf der Station. 5-6 Pferde aus der Zucht bleiben auf dem Gestüt und der Rest wird auf Auktionen vorgestellt und vermarktet.

Die Ausbildung der Pferde findet nach der Methode (Join up) von Monti Roberts statt und es finden auch regelmäßig Lehrgänge mit Monti Roberts statt. Derzeit befinden sich auch noch private Sportpferde der Familie Jacobs auf dem Gestüt.

Vielen Dank für die sehr umfassende und tiefgründige Führung.

Hof Sosath

Hof Sosath ist ein Pferdebetrieb, welcher Zucht und Sport miteinander vereint. 300 Pferde werden durch eine Handvoll Personal betreut. Großflächige Weideflächen direkt am Hof sind für den gesamten Pferdebestand vorhanden sowie eine ovale Führanlage, welche täglich zur zusätzlichen Bewegung für Sport- und verletzte Pferde im Aufbau verwendet wird. Jährlinge werden im Winter in Außenlaufställen gehalten. Die restlichen Pferde sind in Boxen untergebracht, wobei es ein Altbaugebäude gibt und 2 neu gebaute Ställe, in denen die Hengste und Sportpferde stehen. Im alten Stall stehen überwiegend Zuchtstuten, Gastpferde oder junge Pferde. Außerdem gibt es eine hauseigene Besamungsstation, wobei hier auch Embryotransfer Anwendung findet. 2 Reithallen und eine Halle zum Freispringen bzw. zum Longieren als auch ein Außenreitplatz sind vorhanden. Die neuen Ställe überzeugen mit schöner Optik, Helligkeit und guter Luft. Im Altstall war es leider recht dunkel, jedoch von der Schadgaskonzentration recht gering, d.h. trotzdem gut durchlüftet. Die Führung war leider etwas recht knapp gehalten. Trotzdem konnte man einen groben Einblick in die Arbeitsabläufe des Betriebs erhalten.

Vielen Dank für die freundliche Bewirtung am Ende.

Tag 3:

Paddock Trail

Heute dem 27.6 waren wir auf dem Hof von Frau Paschke, diese betreibt einen Paddock Trail, eine alternative Pferdehaltung. Zunächst erzählte Frau Paschke uns etwas über ihr Gelände, dessen Entstehung und was der Paddock Trail ist. Er ist eine Art Bewegungsstall. Anschließend zeigte sie uns die Anlage, diese beinhaltet Paddock-Boxen (für Pferde die anders gefüttert werden müssen oder schwer erkrankt sind), eine Eingewöhnbox, Reithalle und Reitplatz, eine Solebox und den Trail an sich, mit seinen verschiedenen Arealen.

Kurz zur Solebox, dies ist eine Box in der das Pferd bedampft wird und darin für eine halbe Stunde Inhalieren kann, was atemwegserkrankten Pferden sehr hilft.

Zum Trail gehören 8000 Quadratmeter der Wege und den teils befestigten Areale die die Pferde nutzen können und genügend Weidefläche. Auf den Wegen können die Pferde zu 3 Futterraufen, frostfreien Tränken, einem Tränke-Becken, einer Liegefläche, einem Unterstand, der Kraftfutterstation und der Weide frei gelangen.

Unserer Meinung nach ist die Haltungsform sehr gut und artgerecht, die Umsetzung noch verbesserungsfähig.

Fürstliche Hofreitschule  Schloss Bückeburg

Am Mittwoch, den 27.6.2018, waren wir am Nachmittag zu Besuch in der fürstlichen Hofreitschule Bückeburg. Wir wurden gleich voller Freude von der Besitzerin Christin Krischke empfangen. Angefangen hat unsere Führung durch den Marstall. Mit lebhaften Erzählungen und Erklärungen hat uns die Falknerin, Buchautorin und Direktorin durch den Stall geführt.

In den Stallungen selbst sind derzeit 22 Hengste mit 11 verschiedenen Rassen vertreten. Neben den historischen Stallungen gab es noch ein Reithaus für die reiterlichen Vorführungen und ca. 6 ha Weidefläche zum Auslauf für die Hengste. In dem privaten Gestüt arbeiten derzeit 12 Angestellte, davon eine Auszubildende im Bereich Pferdewirt – Haltung und Service. Neben der Besichtigung von Futterkammer, Stallanlage, Museum und Sattelkammer hat Frau Krischke uns die einzelnen Hengste der verschiedenen Rassen mit ihren Besonderheiten vorgestellt. Am Ende bekamen wir eine kleine Kostprobe vom Können der Hengste. Vom frisch angerittenen 6 Jahre altem Junghengst, über die ausbildungsbeginnende Arbeit am langen Zügel eines 5 jährigen Berbers, bis hin zu verschiedenen klassisch-barock gerittenen Lektionen unter dem Reiter in verschiedener Ausrüstung. Die meiste gerittene Arbeit basiert auf gebogenen Linien, beginnend bei der Aufwärmphase z.B. mit Seitwärtsgängen, Schulterherein. Das Ziel der Reitweise liegt darin, das Pferd einhändig geritten durch die verschiedenen Lektionen zu führen. Um die bestmöglichen Voraussetzungen für diese Reitweise zu erhalten, werden alle Pferde aus ihren Ursprungsländer gekauft.

Jedes Wochenende finden 15 Uhr kleine Vorführungen in dem Reithaus und ganzjährlich verschiedene Veranstaltungen statt.

Danke an Frau Krischke und ihr Team für die tolle Führung!

Tag 4

Hannoveraner Pferdezuchtverband

Heute begann unser Tag 8:30 Uhr mit einer Führung beim Hannoveraner Verband. Dabei wurden uns der Verband und das Auktionsgelände näher gebracht. Als erstes bekamen wir die Auktionshalle und danach die umfangreichen Stallgebäude und Außenanlage zu sehen. Dazu wurden uns viele Informationen über die Auktionen und Veranstaltungen und derenn Ablauf  erzählt. Leider waren an diesem Tag keine Pferde zu sehen.
Da durch ständig wechselnde Pferde eine hohe Keimbelastung existiert, muss diese durch öftreres Desinfizieren des Stalltraktes gemindert werden.

Wiechmannhof Claudia Mohlfeld

Als zweite Station stand der Hof von Claudia Mohlfeld in Bomlitz auf dem Programm, wo wir kurz vor Mittag an kamen. Frau Mohlfeld betreibt einen großen Zucht-, Aufzucht- und Pensions- Betrieb der insgesamt ca. 90 Pferde umfasst. Dabei wird viel Wert auf den frühzeitigen Umgang mit den neugeborenen Fohlen gelegt. Diese werden sehr früh an den Menschen gewöhnt, durch das Verabreichen von Mineralien über eine Spritze ins Maul und mehrmaliges Führen der Pferde am Tag. Alle Pferde leben tagsüber im Herdenverband und nachts meist zu zweit oder zu dritt in Boxen. Die komplette Anlage umfasst ca. 50ha Grünland die als Wiesen und Weiden genutzt werden.

Danke für die nette Führung und Bewirtung!

Hof Kleemeyer

Die letzte Station dieses Tages war nachmittags der große Hof von Familie Kleemeyer. Dieser ist ebenfalls ein Zucht-, Aufzucht- und Pensionstall, wobei sie auch einen großen landwirtschaftlichen Anteil haben. Der Betrieb ist schon lange im Familienbesitz, wodurch in den letzten Jahren viele neue Gebäude dazu gekommen sind, wie zum Beispiel der ausgezeichnete Offenstall für die Junghengste, wo sie das ganze Jahr wetterunabhängig verbringen. Die Stuten stehen ebenfalls in Gruppen im Offenstall. Bei den Stuten wird mittlerweile auch Embryotransfer durchgeführt. Dieser Hof umfasst insgesamt 175ha Fläche, die zum größten Teil in Ackerland aufgeteilt ist. Jedoch werden aus dem restlichen Grünland trotzdem mehr als 1000 Ballen Silo-Heu jährlich gemacht. Auch Stroh und Hafer wird selbst produziert.

Vielen Dank für die fachlich fundierte Führung und die nette Bewirtung!

image001image003image005image007image009image011image013image015image017image019image021image023image025image027image029image031image033image035image037image039image041image043image045image047image049image051image053

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, dem 10. Juli 2018 um 13:30 Uhr